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Das Herbstseminar in der Villa
Die Zeit zwischen der klassischen Antike und dem Mittelalter wurde seit den Schriften Vasaris als eine Epoche grosser Katastrophen, Zerstörungen und allgemeinen Verfalls gesehen, im 19. Jahrhundert kamen dann noch alle möglichen Dekadenztheorien hinzu. Einig war man sich im Befund vom Unter-gang der Antike, den man auf das Ende des Weströmischen Reiches festsetzen wollte. Die Geschichte der Abendländischen Kunst ist seitdem als eine Geschichte der Wiedererlangung von Fertigkeiten geschrieben worden, unter dem klassischen Gedanken, Kunst käme vom Können. In dieser Woche wird dagegen die Kunst vom Denken der Zeit hergeleitet, die allmähliche Wandlung der Kultur der Antike besprochen, die Entstehung neuer Religionen und einer bisher unbekannten Mystik als Voraussetzung einer veränderten Kunst vorgestellt. Dabei wird die große Bedeutung des Orients als Vorbild und Quelle neuer Ideen und Denkweisen deutlich. Aus dem Orient stammen auch die künstlerischen Leitbilder, die allmählich die hellenistischen Vorbilder in Rom und im ganzen Reich verdrängen und schliesslich eine neue Kultur entstehen lassen, die zu einem wichtigen Bestandteil des Mittelalters werden wird. Wie sehr unter solchen Gesichts-punkten Kontinuität an die Stelle epochalen Wandels tritt, wie sehr sich überhaupt Epochengrenzen auflösen, wird in diesen Tagen ganz deutlich. Im Gegensatz zur klassischen Studienreise ermöglicht die Seminarwoche in der Kombination von Vortrag und Besichtigung den unmittelbaren Vergleich von Objekten weit weg im Bild mit den erreichbaren vor Ort. So können die Syrischen Beispiele und das Book of Kells unmittelbar in den Vergleich zu Cividale gebracht werden, Aquileia steht neben den römischen Mosaiken und den Frühchristlichen Sarkophagen und der Dom von Porec neben den gleichzeitigen Kirchen von Ravenna. Zudem ist diese Form der Besichtigung mit sehr viel weniger Laufen verbunden, ideal für alle mit müden Beinen. Die Ausflüge führen zu den Langobarden nach Cividale, zum Dom von Aquileia, zum Dom und Bischofspalast von Porec Ort. Im Doppelzimmer 780, Einzelzimmerzuschlag 140 Euro |
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